elias-buch bilder. JPE

 

 

 

Zeit der Engel

 

Langsam neigt sich das Jahr dem Ende entgegen und vielen von uns kommt es vor, als wäre die Zeit wie im Flug vergangen. Die Abende werden länger und die Zeit der Besinnung fordert Raum, um zur inneren Balance zu finden. Es ist dies die Hochsaison für Engel, die in Schaufenstern, auf Prospekten und als Geschäftsdekoration über unseren Köpfen hängend, zu finden sind. Es ist auch die Erkenntnis, dass die Welt auf einen neuen Messias wartet. Auf eine Lichtgestalt, die, dank ihrer Strahlkraft die Gabe hat, die dunklen Winkel unserer Welt mit ihrem Licht zu erleuchten.

 

Der Zeit im Advent kommt gerade heutzutage eine besondere Aufgabe zu: Sie soll Hoffnung schenken denen, die von schmerzvollen Erfahrungen heimgesucht werden; Sie soll in anderen den Glauben an das Schöne und Gute stärken, damit die Kälte, die aus den Nachrichten auf uns niederprasselt, uns nicht entmutigt. Christus‘ Mission war es, der Welt zu zeigen, dass der Messias in jedem Menschen wohnt. Sind das nur leere Worte oder finden sie Zustimmung in unserer Seele? Tragen wir in unseren Herzen das Potential, das wir von dem erwarten, der Wunder bewirken soll? Ich glaube daran. Ich weiß aber auch, dass wir aufgefordert sind den Weihnachtsfrieden über das ganze Jahr zu verteilen, nicht nur auf die kurze Zeit des Advents. Denn wir können im Außen nur das vorfinden, was wir im Inneren tragen. Wenn so vieles auf Krieg und Zerstörung ausgerichtet ist, kann sich nur die Auswirkung dessen zeigen, wie die Mehrzahl denkt und handelt.

 

Nützen wir die behaglichen Winterabende um innezuhalten, um Bilanz zu ziehen und auf das vergangene Jahr zurückzuschauen. Was ist aus unseren Vorhaben und Wünschen geworden? Leben wir in unserem persönlichen Raum den Frieden, den wir von der Welt erwarten? Sind wir soweit anzuerkennen, dass jeder von uns es in der Hand hat, die Welt ein bisschen besser zu machen? Ist der liebende Gott, der uns alle willkommen heißt, ungeachtet unserer Hautfarbe, unserer Herkunft und Bildung, das Vorbild, dem wir nacheifern? Schaffen wir es, das Gefühl himmlischen Friedens in uns zu tragen, während viele Länder, trotz der Weihnachtszeit, ihre Konflikte mit aller Härte austragen?

 

Der Glaube an den Geist der Weihnacht erinnert uns daran, in diesen stürmischen Zeiten ein Leuchtturm für andere zu werden. Trägt doch jeder von uns das göttliche Licht in seinem Herzen. Und gerade an diesen besonderen Tagen an der Schnittstelle zwischen den Jahren, sollten wir Veränderungen im Einklang mit unserer Seele geschehen lassen. Nur aus dem bewussten Kontakt mit ihr können unsere Handlungen mit Liebe erfüllt sein. Liebe ist die Kraft, die Wandel bewirken kann, innen wie außen. Die Engel ermuntern uns, an die Botschaft der Christi Geburt und an die Verbundenheit, mit allem was ist, zu glauben. Ist doch gerade jetzt die Zeit der Engel oder sollte es besser heißen: es ist höchste Zeit für Engel?

 

Diese wundervollen Lichtwesen sind um uns und oft genug auch mitten unter uns. Wir finden sie in unserem Umfeld, spüren sie in einer tröstenden Umarmung, im herzlichen Lachen, sehen sie manches Mal in den Augen eines anderen, und natürlich in den kostbaren Momenten des Lebens, wenn wir unsere Anbindung an eine höhere Macht spüren. Manchmal sind Engel auch still, unscheinbar und durchlässig. Doch immer, wenn wir uns für die Liebe öffnen, können wir ihre Lichtspur sehen, die wie ein roter Faden vor unserem inneren Auge erscheint, und uns Wege und Lösungen aufzeigt, die wir so nicht erwarten.

 

Mögen wir die Weitsicht haben Engel zu erkennen, nicht nur an Weihnachten!